Work in progress – Am Stein – Im Studio

Sonntag, 25. August 2013

Work in progress – bei der Arbeit am Stein

Lotte Thuenkers Skulpturen aus Stein und Bronze, ihre Malerei und Papierarbeiten sowie die Projekte für Inneneinrichtungen mit ihrem textilen Design entstehen im internationalen Bildhauerstudio Studio Pescarella in Pietrasanta, in der nördlichen Toskana unweit der Marmorberge von Carrara.
Bis eine Skulptur fertig ist, braucht es viele Schritte – vom Kauf des geeigneten Materials, des richtigen Werkzeugs über Hilfe von örtlichen Handwerkern, Kistenbauern und Transporteuren. In diesem Beitrag geht es um den Arbeitsprozess am Stein – im Studio und beim Symposium. Fotos während der Arbeit am Stein, Fotos der Bildhauerkollegen, der Nachbarbetriebe und Impressionen aus dem Studio zeigen das staubige Schaffen.

Visit her website www.lottethuenker.de

blog 12 altissimo 29.10.12

Auf dem Weg ins Studio, an einem der letzten Oktobertage des vergangenen Jahres – tief verschneite Bergkette um den Altissimo bei eisiger Kälte und strahlendem Sonnenschein…
Unterhalb der Bergspitze sind einige schräg laufende Linien und `Löcher´ zu erkennen: das sind die Strassen und die Eingänge zu den Höhlen, in denen der beste Marmor auch heute noch abgebaut wird. Im Jahr 1517 und 1518 ist Michelangelo Buonarroti dort, um Marmor für die Fassade von San Lorenzo in Florenz zu brechen. Seine Briefe zeigen die zermürbenden Umstände, unter denen er als Ingenieur, Straßenbaumeister und Spediteur tätig sein musste. In langen Tiraden beschwert er sich über Widerstände und Schwierigkeiten und verflucht das ganze Unternehmen mitsamt den Steinmetzen in Pietrasanta, die nichts taugen!

blog 21 studio 10 2012

Das internationale Bildhauerstudio Pescarella in Vallecchia/Pietrasanta. Hier arbeiten ganzjährig Bildhauer aus den USA, Deutschland, Frankreich, Korea und Italien – und drei Arbeitsplätze stehen für vorübergehende Arbeitsaufenthalte, für zeitlich begrenzte Projekte zur Verfügung.

blog 20 studio 06 2012

Im Hintergrund sind die einzelnen Kojen der Bildhauer zu sehen, auf der Piazzale zwei große Skulpturen der deutsch-kanadischen Bildhauerin Vanessa Paschakarnis.

blog 23 studio neal 03 2012

Skulptur von Bildhauer und Studio-Mitbegründer Neal Barab (USA) aus Raggio di luna, im Hintergrund Materialvorräte und der Zugang zum Studiogarten.

blog 22 studio 11 2012

Weisser Marmor aus Carrara, grauer Marmor Bardiglio, Rosso di Verona, sandfarbener Travertin aus der Nähe von Rom, Rosa Portogallo, gestreifter und gepunkteter Raggio di Luna aus der Türkei, schwarzer Granit aus China, farbiger Onyx, Ming verde – steinreich…

blog 24 studio sauro 2012

Der italienische Handwerker und Bildhauer Sauro Lorenzoni – seit über fünfzig Jahren arbeitet er für andere Bildhauer und fertigt auch seine eigenen Skulpturen. Henri Moore war, unter vielen anderen bekannten, sicher sein berühmtester Auftraggeber – bei Henraux wurde für ihn vorgearbeitet, der Meister gab Anweisungen für Korrekturen und Fertigstellungen…

blog 8 bodo stele III 03

Modell für eine Grabskulptur in Berlin: unter sechs verschiedenen Varianten, alle aus Ton, wurde diese Form gemeinsam mit der Auftraggeberin ausgewählt.

blog 19 zuschnitt

Nach langer Suche wurde das Material für die Grabskulptur gefunden: ein relativ heller Carrara-Marmor mit einer sanften, fast schleierhaften Maserung. Im Nachbarbetrieb bei Mauro Fracassini wird der Block geschnitten, Seite für  Seite wird er mit dem Gabelstapler auf die Säge gelegt, justiert, festgekeilt und geschnitten. Jeder Schnitt dauert ca. eine halbe Stunde. Der Rohling für die Skulptur wiegt jetzt ca. 600 kg…

blog 16 abschnitte

Dies sind die fünf Abschnitte, die Reste, die später noch für Schriftstein und Basis verwendet werden…

blog 17 mauro bodo 34 05.08

Der Chef Mauro Fracassini in seiner Werkhalle.

blog 27 bodo 01 28.06

Der Arbeitsplatz von Bildhauerin und Studio-Mitbegründerin Lotte Thuenker: nach dem ersten Arbeitstag am Stein, dem 28.07. sind die großen Linien angezeichnet und die hintere Krümmung der Skulptur angelegt.

blog 28 bodo 02 02.07

Die Rippen auf der Vorderseite der Skulptur werden mit der Flex eingeschnitten und dann mit dem breiten Flachmeissel weggeschlagen.

blog 30 bodo 04 04.07

Am 04.07. sind die drei großen Kurven zu sehen: die rückwärtige Krümmung, den leichten Bogen vorne und die obere Kurve. Die Höhe der Skulptur wird ca. 1,25 m sein – ein gewaltige Präsenz in Stein!

blog lotte thuenker

Lotte glücklich…

blog 34 bodo 07 12.07

Am 12.07. sind auch die seitlichen Linien grob definiert, alle Flächen zeigen die parallelen Schnittspuren, die sich rechtwinklig zur Senkrechten der Skulptur orientieren. “ Wie ein Boot“, “ Wie eine Wasseroberfläche im Wind“ sagen die Kollegen, oder wie ein halbes Kanu, dessen zweite Hälfte in der Erde verschwinden wird?

blog 33 strukturbeispiele

Proben für die Gestaltung der Oberflächen: geschliffen, mit Zahneisen kreuzweise geglättet, Schnittspuren in verschiedener Breite mit Bruchflächen und mit dem Spitzeisen gearbeitete Fläche.

blog 36 bodo 09 19.07

Erste Aufstellprobe am 19.07. auf der Piazzale im Studio. Die Größe der Skulptur stimmt, die Seitenflächen sollen Arbeitsspuren beibehalten, aber die obere Fäche soll geschliffen werden: da kann man/frau ihr schön über den Kopf streicheln…

blog 38 bodo 11 19.07

Noch ist die ganze Skulptur zu rundlich – und unklar ist der Punkt, an dem sich die 4 Linien treffen werden…

blog 45 bodo 18 24.07

In den nächsten Tagen, hier am 24.07., geht es um die genaue Definition der Linien und damit um ein immer wieder neues Spannen der Flächen. Das ist mühsam und geht jetzt immer langsamer vor sich, er muß immer wieder geprüft und gepeilt werden. Die Linien sollen glatt geschliffen werden – daher kommt der kleine Pinsel von Kuma zum Einsatz, mit dem der Staub aus den Bruchflächen weggebürstet wird. David Campbell dazu: „Macht sie das alles – die ganze Skulptur – nur mit dem Pinsel??“

blog 46 bodo 19 24.07

Ob in der Form noch Buckel oder Beulen oder Löcher sind, lässt sich am besten fühlen… das Auge ist weniger genau als die Hände…

blog 53 bodo 26 27.07

Aufstellprobe! Mit zwei Gurten wurde die Skulptur hochgezogen, im Hintergrund ist der Gabelstapler des Studios zu sehen. Die italienische Bezeichnung für ihn ist Muletto – der Maulesel! Insgesant ist die Skulptur noch zu fett, die Seiten müssen in den nächsten Tagen noch weiter abmagern. Die obere Fläche ist fertig geschliffen. Die vordere Fläche ist noch nicht klar, eine grobere Skruktur für das spitze Dreieck wäre schlüssiger, wahrscheinlich werden die gerade mühsam herausgearbeiteten Linien des Dreiecks wieder verschwinden müssen…

blog 55 bodo 28 27.07

Massimiliano Bachelli aus dem Nachbarbetrieb hat auf der Rückseite der Skulptur, unten, das Steinmetzzeichen von Lotte eingeschnitten – irgendwie japanisch sieht es aus…

blog 57 bodo 30 01.08

Am späten Nachmittag des 01.08., Abendlicht im Studio: zum ersten Mal sind alle Oberflächen in ihrer endgültigen Gestaltung zu sehen…

blog 58 bodo 31 01.08

Struktur aus gerade Linien des diamantbesetzten Sägeblatts und den Bruchflächen des Meissels – wie leicht bewegtes Wasser…

blog 59 paolo bodo 35 05.08

Im Nachbarbetrieb des Studios hebt der Chef selbst: Paolo Fracassini an der riesigen computergesteuerten Fräse, hier hebt er die großen Marmorplatten.

blog 61 bodo 33 02.08

Auch der Schriftstein wurde von Paolo vorgeschnitten. Die Seitenflächen müssen danach neu in eine Krümmung gezogen werden, zu statisch und maschinenmäßig sollte er nicht bleiben. Für Schrift dagegen gibt es wieder einen anderen Spezialisten namens Sergio. Der kommt mit seiner dreirädrigen Ape (d.h. Biene = kleiner Lieferwagen), läd den Rohling auf, bespricht (maulfaul!) die Auswahl und Größe der Beschriftung und kommt drei Tage später mit dem Werk zurück!  Die Basis (die sich nachher im Erdreich befinden wird) nimmt exakt die Form der Standfläche der Skulptur auf.

blog 62 bodo 36 05.08

Die fertige Grabskulptur am Arbeitsplatz im Abendlicht am 05.08.

blog 66 transport

Alles verpackt! Der Kistenbauer Aladino hatte Maß genommen und die Kiste mit allem Verpackungsmaterial gebracht, die Grabskulptur, der Schrifstein und die Basis sind verstaut. Transportpapiere sind fertig, die Fa. Geodis Züst holt die Kiste am 20.08. ab zum Transport nach Berlin-Spandau.

blog 67 kuhne 03.09

Am 28.08. trifft die Kiste in Berlin ein, am 03.09. ist es dann soweit: Auf dem großen parkähnlichen Friedhof `In den Kisseln´ (Kisseln = Kiefern) in Spandau setzen Steinmetz Bernd Kuhne und sein Mitarbeiter bei strömendem Regen die Skulptur. Das Fundament haben sie in der Woche zuvor angelegt, der Marmorsockel mit dem Dorn wurde darauf befestigt und in der Skulptur ist eine Bohrung vorgesehen worden.

blog 68 kuhne 03.09

Der Meister selbst rückt die Skulptur zurecht, der Sockel nimmt genau die Form der Stele auf, verschwindet aber völlig im Erdreich. Erde wird aufgefüllt – die Bepflanzung ist noch arg improvisiert, wird aber bald geändert werden…

blog 69 grab 03.09

So sollte es sein! Stolz ist sie, stark, erdverbunden, aber sich zum Himmel aufbiegend… leuchtend und klar, gradlinig – aber nicht rechtwinklig! Dies ist der Blick von der Seite auf das Grab, links ist der Schriftstein zu erkennen. In diesem Bereich sind alle Gräber mit Graniteinfassungen versehen, bei der Grabstelle im Hintergrund sind sogar noch die originalen schmiedeeisernen Gitter vorhanden…

blog 70 in den kisseln 03.09

Ein Blick vom Hauptweg, wenn man sich dem Grab nähert. Man sieht sie von Weitem strahlen, erkennt zuerst die Rückseite, wo die glatte obere Fläche in einer Spitze mündet, von der wiederum eine Linie zur Erde weist. Dann sieht man die Seite mit einer Linie, die nach oben weist und in der Fläche verschwindet. Und endlich steht man vor der Skulptur, deren Vorderseite mit den großen horizontalen Schnitten wie Wegmarkierungen einen Lebensweg und seine Abschnitte ahnen lassen…

blog portrait 02

Lotte Thuenker an ihrem Arbeitsplatz im Studio Pescarella, bei der Arbeit (Fotos von Sauro Lorenzoni) an der Kapriole VI, im Hintergrund die Auftragsarbeit Guten Morgen, du Schöne. Da wird gemessen, geprüft, gefühlt – bei beiden Skulpturen soll die Außenform glatt geschliffen sein, die seitlichen Höhlungen werden mit Arbeitsspuren von Flex und Meissel belassen…

blog portrait 07

Links zwei winzige Skulpturen: die Dicke Locke und Straight to my heart, alle aus Carrara-Marmor. Bei den glatten Flächen kann mit dem Zahnmeissel auf dem Presslufthammer bis ca. 2 mm vor die endgültige Form gearbeitet werden, danach folgen Schleifstein (Karborund) und Schleifpapier. Je näher man der endgültigen Fertigstellung kommt, desto mehr reine Handarbeit ist erforderlich!

blog portrait 10

Und die Linien werden genau definiert, immer wieder neu gesucht und immer wieder neu überprüft. Und wenn dann mit dem Werkzeug darüber gearbeitet wird, ist das Angezeichnete ja gleich wieder weg…

blog kapriole VI 01, 2009, carrara-marmor, 29 x 30 x 41 cm

Kapriole VI
2009
Carrara-Marmor
29 x 30 x 41 cm

blog stillleben mit karborund

Still-Leben mit Karborund und Schleifpapier – von Schleifsteinen mit grober 24er Körnung bis zum 220er Schleifpapier und 400er Diamantschwämmen für die superglatten seidenweichen Oberflächen…

blog stillleben mit feilen

Still-Leben mit Feilen – für feines Arbeiten, zum Wegraspeln an mit der Maschine nicht zugänglichen Stellen, für Höhlen und Innenkurven…

blog studio innen 04 2009

Skulpturen von Lotte Thuenker, alle unvollendet…
links der Ammonit aus Onyx, die grobe Form ist zwar zu erkennen, aber die glatten Flächen sind noch ungeschliffen und unpoliert, die Spirallinie ist angezeichnet. Vorne der eine von dem Päarchen Hokus und Pokus, die wunderbaren Onyxfarben kaum zu erkennen, er ist noch in der Bearbeitung mit dem Karborund. Die kleine Stele in der Mitte ist aus Carrara-Marmor, allerbeste Qualität Statuario. Sie ist ein Modell für eine größere Auftragsarbeit, zur Abstimmung mit dem Auftraggeber. Die Dicke Locke ist noch vor dem Feinschliff – und der `Vogel´ aus cremfarbenem, leicht grünlichen Onyx rechts ist zwar fertig geschliffen, aber, allein, ihm fehlt die Basis! Und der Name!

blog 25 david working 2013

Seit Februar 2013 arbeitet der amerikanische Bildhauer David Campbell für einige Monate im Studio Pescarella – eine große Auftragsarbeit, bestehend aus fünf tonnenschweren Skulpturen; drei aus weißem Marmor und zwei aus schwarzem Granit, die in einem grossen Wasserbecken auf einem Platz in der Stadt aufgestellt werden. Auftraggeber ist ein Radiologie-Zentrum in der Nähe von Fulda.
Der weiße Marmor stammt aus dem Steinbruch Cave Ronchieri bei Massa, allerfeinste Qualität, ohne jeder Ader oder Verfärbung. Gleichmäßig ist er, sehr hart und dicht, fast zäh in der Bearbeitung und dennoch transparent. Für die Tonnne werden im Augenblick zwischen 2.000 und 3.000 Euro gezahlt!

blog 26 kim working 2013

Kim Sungil aus Korea ist seit mehreren Jahren Mitglied im Studio Pescarella und studiert gleichzeitig an der Accademia di Belle Arti Carrara. Hier arbeitet er an dem Sockel für seine große Skulptur aus Rosso di Verona. Jetzt befindet sich diese einem Container auf dem Weg nach Südkorea, gemeinsam mit 21 anderen Werken, für seine große Einzelausstellung in Seoul, die am 28. August eröffnet wird.

blog 13 cervaiole

Ein Blick vom Marktplatz vor der Kirche in Vallecchia/Pietrasanta zum Altissimo und Cervaiole – vor über 12 Jahren wurden dem Cervaiole sogar die Spitze weggesprengt, um an den besten Marmor zu gelangen…

blog studiogarten 03

Und auch das ist Studio Pescarella: Kirschblüte, zwar spät im Jahr durch die Kälte, aber dennoch reichliche Ernte!

blog studio 01 2011

Lotte Thuenker an ihrem Arbeitsplatz im Studio Pecarella bei der Arbeit an der Muschelwiege. Die Außenform ist festgelegt, die Linien in der Höhlung müssen noch korrigiert werden…

blog studio 04 2011

Anzeichnen, korrigieren, nacharbeiten. Die Form straffen, die Form ziehen. Wenn die Skulptur nach ein paar Tagen zu erahnen ist, sagt Sauro: „Sie macht Töne, immerhin!“ Wenn mehr zu erkennen ist, sagt er: „Sie beginnt zu reden.“ Wenn sie tatsächlich da ist, sagt er glücklich: „Aaah, jetzt singt sie!“

blog studio 05 2011

Eine Skulptur wie die Muschelwiege benötigt ca. vier Wochen Arbeit am Stein – es ist weniger Kraft als Ausdauer, Geduld und Stetigkeit, die frau für diese Arbeit braucht…

blog muschelwiege

Muschelwiege                                                                                                                                   verkauft
2011
Carrara-Marmor
25 x 30 x 35 cm

blog studiogarten 01

An der Pergola im Studiogarten: die ersten neuen Blätter der Kiwi…

blog studiogarten 02

unter dem Aprikosenbaum: Farbenpracht in lila…

blog linda okt 2012

Die holländische Bildhauerin Linda Biemans bei der Arbeit an einer Skulptur aus der Reihe der Kopfbedeckungen.

blog studio jaya modelle 2012

Modelle von der schweizerisch-amerikanischen Bildhauerin und Studiogründerin Jaya Schürch für eine große, installationshafte Skulpturenarbeit für den städtischen Raum. Geplant sind die einzelnen `Figuren´ in einer Größe von 2 bis 3 Metern, in Polyester, in verschiedenen Farben. In Gruppen sollten sie zusammenstehen, aber alle paar Tage ihre Position und Zusammenstellung in der Stadt verändern. So wird man/frau sich wundern: wo kommen die denn her? was wollen die Fremden hier? wer sind denn die? und wo sind die, die gestern noch da waren?…

blog studio christine 2013

Im Abendlicht die Skulpturen der französischen Bildhauerin Christine Madies, Les Turbulences. Ende August zeigt sie eine große Ausstellung ihrer Arbeiten in Lyon.

blog 14 fracassini

In dem Nachbarbetrieb des Studios, bei Paolo Fracassini, arbeitet auch der koreanische Bildhauer Park Eun Sun mit seinen Assistenten. Seine großen Skulpturen aus verschiedenfarbigem geschichteten Marmor oder Granit werden hier vorgeschnitten, gedreht, gebrochen und verklebt. Eine große Ausstellung seiner Arbeiten ist zur Zeit in Luxemburg zu sehen, im Herbst werden seine Arbeiten in Lugano gezeigt – und im nächsten Jahr wird er auch in Berlin ausstellen.

blog studiogarten 04

Paolo Fracassinis große Begeisterung gilt nicht nur dem Marmor, sondern auch dem Federvieh…

blog symposion lindern 05

Lotte Thuenker beim 3. Internationalen Bildhauersymposium in Lindern, Kreis Oldenburg.

blog symposion lindern 07

Ein Block von mehr als anderthalb Tonnen, ein Sandstein aus Ibbenbüren.

blog symposion lindern 12

An einem der ersten Arbeitstage: als erstes müssen die acht Eckpunkte der späteren Skulptur definiert werden – sie dürfen während der ganzen Zeit nicht verloren gehen! Zu bestimmen sind dann die Maximalpunkte der gebogenen Kanten und die Maximalpunkte der Seitenflächen – dazwischen spannen sich die sechs Wölbungen. Es braucht etwa drei Tage, bis eine Seite gearbeitet ist, dann kommen die Männer vom städtischen Bauhof aus Lindern und drehen den Block  mit einem riesigen Gabelstapler auf die nächste Seite…

blog symposion lindern 19

Die vorletzte Seite der Skulptur ist in Bearbeitung, nach ca. 15 Tagen Arbeit am Stein…

blog wo wir uns finden, 2011, sandstein, 77 x 87 x 87 cm

Wo wir uns finden…                                                                 Dauerleihgabe an die Gemeinde Lindern
Sandstein
77 x 87 x 87 cm
Heutiger Standort der Skulptur vor der alten Dorfschule (unter den Linden) in Liener bei Lindern.

Ein Würfel zwischen Ball und Kissen, spannungsvoll aufgebläht und mit Energie gefüllt, alle Kraft ist nach Außen gerichtet. Die Seiten wölben sich mit feinen, parallelen Schnittspuren, oben zeigt sich die Fläche in breiten Schnitten und größeren Bruchflächen, so als ob es im Inneren brodelt und der Moment der Öffnung, des Platzens bald bevorsteht. Die acht Eckpunkte, die sechs Maximalpunkte des Körpers, die Stiche der einzelnen Bögen sind genau festgelegt, definiert, berechnet und die Flächen dazwischen gleichmäßig gespannt. Auf einem Punkt liegt sie (lieber Standpunkt als Standfläche!) und mit wenig Kraft lässt sich diese enorme Masse mit einem Gewicht von 1,3 Tonnen in Bewegung setzen. Und das sollte auch regelmäßig getan werden, denn sonst geschieht es, dass dieser `Wackelstein´ eines Tages stillsteht und sich nie mehr rührt…

Lotte Thuenker was  born in Bonn, she studied in Berlin – and then worked in – architecture. Lotte is one of the international artists that work in Pietrasanta’s marble sculpture studios. Her works, sculpted in marble, and onyx, seem at once light and without gravity – and also as if they are in motion, ultimately finding their equilibrium in a single point. She says she finds her inspiration “in the movement of water, the hulls of boats and in the shipwrecks sanded by the sea, as well as in the four elements, and in the animal and plant world, like in fossils and seeds.” In her non-figurative pieces, which she produces according to canons of artisanal craft, Lotte plays with line and plane. Spirals, ellipses, circles and parabolic shapes emerge and are re-integrated into the whole.

Visit the blog artislife about art and sculpture in and around Pietrasanta!

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